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Weihnachten mit sauberer Schokolade

Die Hälfte der weltweiten Kakaoproduktion wird in Europa verbraucht. Als Konsument sollte man allerdings sehr genau darauf schauen, welche Schokolade man kauft. Im Gegensatz zu den großen Schokoladenherstellern wie Nestle, achtet der steirische Produzent Josef Zotter sehr genau darauf, dass die Produktion zu fairen Preisen und ohne Chemie erfolgt.


„Nur 0,1 Prozent der Schokolade wird fair gehandelt“, weiß der Steirer Josef Zotter. Er ist selbst immer wieder in Nicaragua oder in Brasilien, um jene Bauern zu besuchen und zu schulen, die die Bohnen für seinen Betrieb bei Riegersburg produzieren. Er kennt seine Kakaobauern persönlich und weiß, wie es denen finanziell geht, was sie brauchen. Er lädt die Bauern auch nach Österreich ein, damit diese erkennen, wie wichtig die qualitativ hochwertige Ware für Zotter ist.

Schmutzige Schokolade
Dass auch in der Kakaoproduktion meist nur der Preis zählt, dass beweißt eine Dokumentation des Journalisten Miki Mistrati. Er ist nach Afrika, an die Elfenbeinküste gereits, um das zu beweisen, was Nestle und all die großen Firmen nicht wahrhaben wollen: Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen.
Für ein Kilogramm Kakaobohnen erhalten die Bauern einen Euro, erzeugt werden daraus rund 40 Tafeln Schokolade. Um diese Kosten niedrig zu halten, werden Kindern aus benachbarten Ländern an die Elfenbeinküste gebracht. Um 230 Euro kann man sich als Bauern ein Kind kaufen, das fortan ohne Lohn auf der Plantage arbeitet. Dies bestreiten sowohl die großen Kakaohändler, als auch die dortige Regierung. Miki Mistrati ist es allerdings gelungen, mit versteckter Kamera Kinder bei der Arbeit zu filmen und Interpol hat bei einer Razzia 65 Kinder befreit. Sie waren geschwächt und krank von den Pestiziden, die auf herkömmlichen Plantagen ausgetragen werden und von der mangelnden Ernährung. Ein Junge, dem die Flucht gelang, erzählte auch von Schlägen, die dann ausgteilt werden, wenn die Kinder zu langsam arbeiten. Die Einkäufer in Europa und Amerika meinen allerdings, dass sie dafür nicht verantwortlich seien, da die Plantagen nicht ihnen gehören würden.
Den dazugehörigen Film zu diesen Informationen können sie im Internet auf Youtoube ansehen. Der Titel lautet: Schmutzige Schokolade.

Weihnachtszeit - Schokoladenzeit
Gerade zur Weihnachtszeit wird wieder jede Menge Schokolade verkauft. Abgesehen davon, dass billige Schokolade meist eine Kombination von Fett und Butter ist und daher für den Menschen alles andere als gesund, fördert man mit dem Kauf dieser Produkte Kinderarbeit in Afrika und Südamerika.

In der Schokoladenmanufaktur Zotter in der Steiermark ist alles nachvollziebar. Nicht nur bei den Kakaobohnen legt Josef Zotter Wert auf faire Qualität. Die gesamte Milch für die Schokoladenerzeugung kommt aus dem Tiroler Kaiserwinkl. Vor etlichen Jahren hat er einen Liefervertrag abgeschlossen und obwohl ihm seither mehrmals billigere Milch angeboten worden wäre, ist ein Wechsel für ihn kein Thema. Schließlich sieht der Choloataire den Bedarf für faires Handeln nicht nur mit Bauern in den sogenannten benachteiligten Ländern gegeben. Auch hierzulande kämpfen die Bauern ums Überleben und täglich werden Höfe zugesperrt. „Andere Firmen reden von outsourcing der Produktion, wir schauen im Gegenteil darauf, dass wir immer mehr selbst machen können. Wir sind eine der ganz wenigen, die auch eine eigene Kakaorösterei betreiben“, erklärt Josef Zotter. Zudem werden über 130 Personen in einer Region beschäftigt, die eher zu den benachteiligten in Österreich zählt.

Schokolade genießen
Es ist bereits ein paar Jahre her, als ich einen Mann vor einem Supermarkt beobachtet hatte. Ganz offensichtlich hatte er sich gerade eine große lila Tafel gekauft und diese öffnete er, unmittelbar neben dem Abfallkorb des Marktes stehend. Aufgefallen ist mir der Mann deshalb, weil er die Schokolade regelrecht hinunterschlang. Von Genuss war dabei nichts zu erkennen. Zwei oder drei Rippen der Riesentafel hat er sich abgebrochen, im Eiltempo hinunter gewürgt und dann hat er den Rest der Tafel in den Müllkorb geworfen. Ich war so perplex, dass ich momentan gar nicht wusste, wiie ich handeln sollte. Im nächsten Moment hatte der Mann sich in sein Auto geschwungen und war weg. Ich bedaure sehr, dass ich damals nicht umgehend dieses Handeln hinterfragt habe.

Bekanntlich zählt die Zotter-Schokolade nicht zu den billigen. Josef Zotter erklärt aber auch gerne, wie man Schokolade wirklich genießt: „In kleine Stücke schneiden oder brechen und ganz langsam am Gaumen zergehen lassen. So kommt man mit einer Tafel Schokolade locker eine ganze Woche aus“, verrät der Schokoladenhersteller.

Text: Brigitte Eberharter
e-Mail: brigitte.eberharter@snw.at  
Quelle: Zotter und Miki Mistrati

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