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Zeit für ein Jausenbrot

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Urkraft der Körner


Viele Eltern stellen sich die Frage, was sie ihren Kindern als Jause in die Schule mitgeben sollten. Brot ist nicht gleich Brot und über die „Urkraft der Körner“ sprach Adolf Kammerleithner in der Bäckerei Maier in Erl.

Adolf Kammerleithner, der auf seinem Urkornhof im oberösterreichischen Almtal etliche alte Kornarten anpflanzt, weiß worauf es ankommt. „Der Bäcker kann ganz entscheidend zur Volksgesundheit beitragen“, versichert der Vortragende, dem vor allem die Braunhirse am Herzen liegt, da diese zum Aufbau der Knorpelmasse in den Gelenken beiträgt und mit der er vielen Artrosebetroffenen helfen konnte.

Mehr Roggen verwenden
Es gibt eine ganze Reihe von verschiedenen Getreidearten und die häufigst verwendete ist sicherlich der Weizen. Dabei zählt dieser zu den energetisch kühlenden Sorten, im Gegensatz zum Roggen, der wärmt und dazu auch ein hervorragender Eisenspender ist. „Das Immunsystem ist ein Abbild des Zustands von Darm und Lymphsystem“, ist der Oberösterreicher überzeugt. Auf den Säure-Basen-Haushalt soll nicht nur bei den Verlockungen der Advent- und Weihnachtszeit geachtet werden, denn Zucker ist säurebildend und das belastet den Organismus ganz enorm. Denn es werden die Mineraldepots im Körper abgezogen, damit der Zucker verstoffwechselt werden kann. Vielfach lässt sich anstelle von Zucker Stevia verwenden – das „Heilmittel“ für die Bauchspeicheldrüse.

Körner kühlen statt begasen
Entscheidend für die Brotqualität und auch für den Körper ist die Frage, wo das Getreide herkommt und wie es bis zur eigentlichen Verarbeitung behandelt wurde. Wenn die Lagertemperatur des Getreides über zwölf Grad beträgt, dann kann der Kornkäfer sich in das Korn fressen. Damit sowohl der Käfer als auch seine Eier vernichtet werden, wird das Korn begast und bestrahlt. Das dabei verwendete Nervengift ist natürlich für den Menschen nicht optimal. Das Getreide vom Urkornhof wird daher gekühlt und es tritt derselbe Vernichtungsprozess ein.

Das ausgezogene Mehl
Es ist ganz wichtig zu wissen, dass sich von den vielen Vitaminen und Mineralstoffen nur noch Spuren im ausgezogenen Weißmehl befinden - und damit haben auch die Brötchen und Brote aus diesem Auszugsmehl in dieser Hinsicht fast nichts mehr für die Ernährung zu bieten. Dem Korn werden die Randschichten und der Keim genommen. Die Kleie und die Weizenkeime, die man vom Korn entfernt hat, kommen als Mittel gegen Verstopfung (Speisekleie) und Vitaminspender (Weizenkeime und Weizenkeimöl) gesondert auf den Markt. Man bezahlt also doppelt und sogar mehr, weil der ganze Prozess des Extrahierens und in anderer Form wieder auf den Markt bringen, zusätzliche Kosten verursachen.
Vielleicht sollten Sie konkret darüber nachdenken, sich eine eigene Kornmühle anzuschaffen. Denn jedes gemahlene Mehl würde sofort oxydieren, so wie dies ein Apfel nach dem Anschneiden tut. Damit diese Oxydation unterbleibt wird das Mehl behandelt und es kann wochenlang im Supermarkt im Regal stehen.

Vitaminbombe Keimsprossen
Keimsprossen liefern leicht verdauliche Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette, Enzyme, Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffen. Während des Keimvorgangs vervielfacht sich der Vitamingehalt. Adolf Kammerleithners Rezept für die tägliche Portion Keimsprossen, die er zum Frühstück zu sich nimmt:
Lupinen, ungeschälten Buchweizen, Nackthafer, Nacktgerste und Roggen keimen lassen. Dafür werden die Samen in schwach handwarmes Wasser über Nacht eingeweicht. Am nächsten Tag kommen sie auf ein großes Sieb. Ab jetzt werden sie ein- bis dreimal am Tag unter fließendem kühlen Wasser abgespült. Sie brauchen die Feuchtigkeit, um zu keimen. Nach ein oder zwei Tagen beginnen die Samen zu keimen. Am besten man lässt so viele Körner keimen, dass sie für vier bis fünf Tage reichen. Nach dem zweiten Tag kommen die Keimlinge in den Kühlschrank. Wahlweise kann man aber auch ein Keimgerät verwenden.

Erklärung der Mehltypen
Im Lebensmittelhandel erhalten Sie Weizen- und Roggenmehl mit verschiedenen Typenzahlen. Zum Beispiel Weizenmehl Typ 405 oder Roggenmehl Typ 610. Diese Mehltypenzahlen stehen für den Mineralstoffgehalt, oft auch Aschegehalt genannt. Sie geben also Auskunft über den Ausmahlungsgrad. Je höher die Zahl, desto mehr Mineralstoffe und auch Vitamine befinden sich im Mehl. Weizenmehltypen gibt es in verschiedenen Abstufungen zwischen 405 und 1700, Roggenmehltypen zwischen 610 und 1800
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